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Gilf Kebir / Uweinat / Great Sand Sea
mit Tribe Expeditions (Mahmoud Mohareb) / März 2007 |
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| Samstag 17.03.07 |
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Mövenpick Hotel / Kairo - Gizah, 5-Sterne,
Pyramidenblick |
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(von links nach rechts: Georg Zenz / Reinhard Zenz / Geert Over / Wolfgang Schmidhammer Günther Roider) |
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Bahyra
Tanken: benzingetränkte Erde im Bereich der gesamten Tankstelle.
Mumien: acht traurige Gestalten in einem noch traurigerem Raum. |
Ich möchte so nicht enden! Es wird heute kein Museumspreis vergeben.
Camp White Desert, ca. 6 km rechts ab von der Strasse – Sandgelände, also Luft aus den Reifen lassen.
Leuchtend weiße Kalkfelsen, roter Sand, himmelhoch aufragende Phallusse – unschuldig und blütenweiß, Muschelkalk
Wir preschen ungestüm los, hinauf auf den nächsten Berg - von oben der Blick ins Tal, wo Mahmoud & Co beginnen das Camp aufzubauen.
Kuskus zum Abendessen - es schmeckt vorzüglich.
Ein Wüstenfuchs (Fenek) will auch seinen Teil und schleicht ständig frech durch das Lager.
Der Tag hatte es in sich. Alle sind müde. Noch vor neun ab ins Zelt. |
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Sonntag 18.03.07 |
6:00 Die ersten Sonnenstrahlen finden mich auf einem nahen Kalkfelsen.
Frühstück - danach vereinbaren wir mit Mahmoud einen Waypoint im GPS und marschieren los, Geert bleibt im Camp. Er wird mit den Fahrzeugen nachkommen. Wunderschöne Formationen aus Kalkstein und Sinterungen. Eine schöne versteinerte Koralle will mitgenommen werden.
Nach einer Stunde treffen wir gemeinsam mit den Autos beim vereinbarten Waypoint ein.
Rückfahrt zur Strasse, wieder aufpumpen der Reifen.
Auf der Asphaltstrasse weiter bis Farafra (35km)
Wir überholen einen Konvoi mit 6 holländischen Caravans – jetzt glaub ich´s aber !
Farafra
Tankstelle, alles trieft von Öl, Benzin und Diesel. Der Tankwart zündet sich während des Tankens eine Zigarette an. Wir gehen dezent aber bestimmt etwas zur Seite – doch wenn dies hier in die Luft fliegt, geht der ganze Ort mit.
Weiter Richtung Dakhla Oasis - Monotonie links und rechts.
Wenn diese Monotonie und Tristesse zum einzigen Begleiter werden, reduziert sich auch das Denken.....öde nichts sagende Landschaften fliegen draußen vorbei, prägen keine Bilder, weder auf die Speicherkarte der Kamera noch ins Hirn. Nur Bilder die zwei Minuten später vergessen sind.
Dakhla Oasis
Die Oasengärten sind unverschämt grün inmitten dem Staubgrau und dem Gelb der Wüste. |
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Eselkarren, beladen mit frischem Gras auf dem Weg nach Hause - die ganze Last der mühseligen Landwirtschaft in den Oasen Ägyptens wird auf den Rücken der Esel getragen.

  
Desert Lodge (www.desertlodge.net) über den Dächern von Al Qasr / Dakhla.
Bestes Essen in einem kühlen hohen Raum und ein e-mail nach Hause.
Während wir hier essen, betankt die Crew die Autos und Kanister mit insgesamt 1800ltr und holt den Begleitoffizier des Militärs ab
Später am letzten Checkpoint (Militär, Polizei, Securities) die ersten Probleme - einem Bürokraten in knallgelben zerrissenen Pullover und schlabbernder schwarzer Trainingshose fehlt ein Dokument: also zurück in den Ort, ein Telefonat und ein Fax nach Kairo.
Eine Stunde später: Das gewünschte Dokument, einige Scheine und ein Karton mit Softdrinks wechseln den Besitzer und es geht weiter. Die Sonne ist allerdings schon weg.
Zehn km südlich von Dakhla biegen wir rechts von der Strasse ab und verziehen uns hinter einen Dünengürtel wo wir das Camp errichten.
Mahmoud wieder als Koch - uns fehlt es an nichts. Panierte Hühnchenkeulen und Makkaroni.
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Montag 19.03.07 |
Wieder marschieren wir nach dem Frühstück ab zu |
einem vereinbartem Treffpunkt auf der Route.Im Dünenfeld, eine Stunde später, holen uns die Autos ein. Sugar Loaf
Spektakulärer Felsen mit natürlichen Bogen und Monument für Samir Lama. |
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Mittagsrast in der Mitte von Nirgendwo – Wagenburg mit Sonnenplane.
Camp 3 südlich der Yardangs (mudlions) am ausgetrockneten See (im Paläolithikum noch Wasser vorhanden) - wunderschöne Stimmung, gelb die Yardangs – purpurfarben der alte Seeboden. Nach dem Essen Anruf mit dem Thuraya zu Hause – alles OK.
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Als sundowner ein Flascherl Wodka mit Orangejuice...
In der Nacht kommt ein fürchterlicher Kharmsin (Westwind mit Sandsturm) auf. Urplötzlich!
Die Zeltplane knattert wie ein vorbeifahrender Güterzug - an Schlaf ist nicht zu denken. Im Halbschlaf kommen schlimme Bilder:
Ein zerrissenes, mit Sand gefülltes Zelt.
Die Armee des Kambyses, jenes persischen Königs, der in der Großen Sandsee mit einem 40000 Mann starkem Heer in einem Sandsturm verschollen ist.
Durch den Reißverschluss des Zeltes dringt feinster Sandstaub ins Innere, die Augen brennen, ständiges niesen – Kopfschmerzen.
Eine halbe Stunde, eine Stunde, eineinhalb Stunden - ich weiß nicht wann ich eingeschlafen bin.
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Dienstag 20.03.07 |
Morgendlicher Streifzug um den prähistorischen See, kleine Funde dokumentiert,
nach dem Frühstück Weiterfahrt.
Den ersten Teil der Fahrt über die monotone Sandfläche verschlafe ich danach folgt eine abenteuerliche Abfahrt über eine Felssteilstufe.
Craterfield. Zwei der vielen hier vor zwei Jahren entdeckten Krater besuchen wir, aber – na ja, Krater halt....
Dann die nächste Ebene - weit, weiter...und so weiter - ringsum so weit das Auge reicht gelbe Eintönigkeit. Eine riesige Bratpfanne – und wir sind die Spiegeleier.
Mittagsrast: Sand fließt, nein, fliegt - völlig vermummt ein kurzer Imbiss: Äpfel, Kaffee & Crackers.
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35° im Schatten, den es aber nicht gibt, bei Mahmouds Waypoint 004013 finden wir eine Menge Shell-Kanister von der LRDG (Long Range Desert Group) aus dem 2. |
| Weltkrieg. Einer gehört mir! |
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Eine Menge Sand, Vogelfedern und Vogelkot kommt zum Vorschein – dann hinauf auf das
Dach damit und wieder endloses Fahren über die Ebene. Wir kommen gut voran, Geschwindigkeit bis 80km/h
Kurz vor 17:30 erreichen wir das Basecamp im Uweinat (C4-07), das wir auf einem kleinen Plateau über dem Eingang zum Karkur Talh errichten. Und noch was: Fliegen begrüßen uns, massenhaft!
  
Das Zelt wird gegen den Wind gesichert – drei Nächte wollen wir hier bleiben.
Zum Abendessen wiederum Hühnchen, dazu eine Dose kaltes Bier (welch ein Luxus!)
Am Camptisch Datenaustausch der Wegpunkte aus den GPS.
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Mittwoch 21.03.07 |
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Um 6:00 stehe ich auf, den Tag gemütlich angehen.
Fahrt zum Western Branch des Karkhur Talh wo wir in 40 min zur „Belgium Site“ gehen,
hunderte Felsmalereien - Kühe, Menschen in allen Größen an die Decke eines riesigen shelters gemalt. |
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Die Fliegen sind beinahe nicht mehr auszuhalten. Hunderte umschwirren den Kopf und landen, so wie sich eine freie Stelle im Gesicht zeigt. Ich bin völlig mit dem Chech vermummt und die Hitze darunter wird zur Qual. Öffne ich diesen jedoch auch nur ein bisschen stürzt sich eine Hundertschaft der Quälgeister auf mich.
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Ich zweifle an der Sinnhaftigkeit von Fliegen im Allgemeinen und solcher im Uweinat im Besonderen. Zurück zu den Autos. Fahrt zur Haupteinfahrt des Karkur Talh, zum trockenen Wasserfall – was soll ich sagen: ich bin jetzt zum dritten Mal hier aber es ist und bleibt die schönste Stelle im Uweinat.
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2002 gab ich ihm den Namen „Casta Diva“ (Hannah hat diese Arie aus Bellinis „Norma“ oben im Felsamphitheater gesungen).
Wieder geht es den trockenen Flusslauf hinauf, es ist sehr heiß und anstrengend. (35° bis 38°)
Alle sind ziemlich erschöpft. Unten bereitet Attalah einen frischen Salat mit Oliven zu,dann noch ein Abstecher zum South Branch ( hier haben wir 2004 unser Basislager für eine ganze Woche aufgeschlagen). Kurzer Besuch beim damals von mir entdeckten Kastengrab und weitere Dokumentation desselben – ich finde doch tatsächlich einen Knochen. |
Abends sitzen wir um Mahmouds Laptop und |
feilen die Route für morgen aus. Es ist schon ein bisschen suspekt: da sitzt eine Gruppe Abenteurer vor einem Laptop am Lagerfeuer, gibt „waypoints“ ein,ruft „headings“ und „bearings“ ab, errechnet Routen und |
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Fahrzeiten mit der touratech-software und holt im Nu Satellitenbilder von einer völlig |
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abgelegenen Gegend des Planeten. Wie haben wir nur früher unser Ziel gefunden?
Nur mit Karte und Kompass als einzige Werkzeuge? Oder wie fanden gar die Forscher an ihr Ziel, die nicht einmal Karten zur Verfügung hatten? |
Wir jedoch arbeiten mit farbigen, hochauflösenden Satellitenbildern, der Karte „Survey of Egypt“ von Patrik Clayton aus 1942, russischen Generalstabkarten 1:500 000 und unseren eigenen waypoints aus bisher insgesamt fünf Uweinat Expeditionen.
All diese Daten gespeichert in einem im Auto montierten und drei mobilen GPS Geräten.
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| Donnerstag 22.03.07 |
In der Nacht wiederum ein Sandsturm, Frühstück im Windschatten der Autos.
7:30 Abfahrt in Karkhur Talh wo wir in einem Seitenarm vom South Branch die Autos stehen lassen (CAR) und zum Plateau aufsteigen. Mühsam, steil und immer wärmer werdend. Schon nach einer Stunde finde ich einen kleinen Überhang mit zwei schönen Gravuren (AUSIT1).
Während ich die Stelle mit dem GPS vermesse sehe ich etwa 100m weiter oben den Eingang einer Höhle und ersuche Günther dort nachzusehen. Nach kurzer Zeit ruft er uns aufgeregt zu. Ich stürze nach oben und stehe vor einer wunderschönen mit vielen Malereien versehenen Höhle. „Austria Cave“ (AUSIT3).
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Ganz besonders fallen auf: eine Frau und ein Mann – in ihrer Mitte ein Kind. Keine Kriegs- oder Jagdszene wie so oft üblich. Eine ganz einfache und friedliche Familienszene. Berührend. Viele Kühe, eine Männerfigur sticht heraus: ein Ältester, ein Oberhaupt ? ein Medizinmann? er hat schöne Verzierungen (Tätowierungen?) am Oberkörper, den Beinen und an den Armen, eine Gruppe mit Kürbisflaschen-Gefäßen . Ich bin glücklich.
Etwas weiter oben finde ich noch schöne Gravuren etwa 500m östlich unserer Marschroute
(ich hab jetzt „Blut geleckt“) (ENGRA1)
Es sind dies stilisierte Männer („Strichmännchen“)
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Danach weiter im Auf und Ab über das Plateau – eine leichte Brise macht das Gehen jedoch angenehm. 6,5 km sind es horizontale Luftlinie von den Autos zur Quelle Ain el Brince im Sudan. Über das Plateau im Aufstieg und Abstieg allerdings. Die Waddanspuren (Libysches Wüsten-
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Bergschaf) bündeln sich immer mehr, werden zu breiten ausgetretenen Wildwechseln die alle zum Ain el Brince führen.
Wüste pur – keine Klischees mehr. Hier bliebe sogar die
Wüstenromantik einer gebildeten Oberschicht auf der Strecke.
Ain el Brince
Mehr Grün, sattes Grün und mehr Wasser als 2004.
Gravur der SDF (Sudan Defense Force) |
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am Felsen neben dem Wasserloch vom Februar 1934.
Waddanknochen. Morden, feiges Abknallen an der einzigen zugänglichen Wasserstelle des ganzen Gebirges. Mahmoud schiebt alles libyschen Soldaten, die hier illegal in den Sudan vordringen, in die Schuhe. |
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Um 13:15 erreichen Wolfgang und ich die Autos und Attalah. Wir legen uns in den Schatten und warten, die Hitze setzt uns zu. Reinhard und Günther kommen. Mahmoud und Geert fehlen....60min, 70min....80min....wie langsam doch die Zeit vergehen kann. Ich nehme meine Wasserflasche, das GPS und marschiere los – ihnen entgegen. Oben am Plateau: weit und breit nichts zu sehen. Schließlich kommen sie von unten das Karkhur Talh entlang. Mahmoud hatte die Koordinaten CAR nicht genommen und ist so zu weit südlich unserer Autos in Haupttal herunter gekommen – über zwei Kilometer mussten sie im tiefen Sand hierher gehen. Alle sind ziemlich geschafft – Siesta im Camp.
Lange halte ich es aber nicht aus und gehr los: einen Gipfel übersteigen, ein kleines Kar durchstreifen.
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| das Atmen schwer macht über dem ganzen Tal. 15:00 Abfahrt Richtung Westen |
Foggini Site
Vor drei Jahren von Mestaquawi und Foggini entdeckt. Andras hat zwei Monate vorher die Suche etwa 2 Kilometer vorher aus Zeitgründen abbrechen müssen.
Es ist schlicht und einfach überwältigend....Bild reiht sich an Bild, lässt Interpretationen zu, Vermutungen, Spekulationen oder einfach nur fasziniertes Betrachten
Tänzer, Opferszenen, Riten, Jagdszenen, Familiendarstellungen, Handabdrücke.
Besonders gefällt mir das |
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Bild des sitzenden Paares – eine Liebesgeschichte aus der Steinzeit.
Wir fotografieren, diskutieren, sitzen dann wieder ganz still da und lassen die Bilder auf uns einwirken. |
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Danach Campsuche, ca 2 km östlich, bei den „Domes“ errichten wir in einem windgeschütztem U das Camp. |
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Am Abend wieder ein gutes Essen (Fleisch, Nudeln,
Gemüse) und wiederum eine Dose Bier dazu...ab ins
Zelt um 9:00
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Samstag 24.03.07 |
Morgenkälte, es ist immer noch trüb von Staub und Sand in der Luft. Sand, er ist überall und die Sandstürme der letzten Tage haben einiges verändert: die Reißverschlüsse des Zeltes funktionieren nur mehr bedingt und der Verschluss der Kamera zeigt erste Mängel.
Brot, Zucker, Kaffee sind gewürzt mit Sand.
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Auch hier Spuren des Lithikums: Reibschalenfragmente, Mahlsteine, Steinwerkzeuge und Abschläge, ein „Handschmeichler“ und ein Stein mit einer Schärf-Schleifrille.
Temperatur heute um 08:00 20° - d.h. um 21° weniger als gestern Mittag!
Die Karte „Survey of Ägypt“ beschreibt das Gebiet weiter westlich als „broken country“ – (also sehr schwer passierbar)
Abfahrt um 7:30 vom Camp, vorbei am Wadi Sora in Richtung Aqaba-Pass, der Himmel völlig staubgrau, bedeckt, die Augen brennen und die Sicht wird immer schlechter, der Wind nimmt, je weiter wir in die Ebene kommen, stark zu. Alles ist konturlos, grau in grau, Erde und Himmel sind Eins, verschmelzen, sind nicht mehr zu unterscheiden. |
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Es ist die Zeit der Dschinns, der Geister der Wüste.
Aqaba-Pass
Die erste Hürde, den langen Sandhang, gehen wir zu Fuß und die drei Autos kommen ohne größere Schwierigkeit hinauf.
Der Hang links hinauf – der originale Weg Almasys, den auch wir 2002 nahmen – ist extrem steil, aber geradeaus führen Spuren auf eine Rampe....wir fahren ihnen nach und stehen wenige Minuten später oben am Plateau. Heureka!

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Oft stellen sich Dinge, die anfangs schwierig und beinahe unlösbar schienen, im Nachhinein als furchtbar einfach heraus.
Weiter in Richtung Norden und später ab nach Osten in das unbekannte Tal wo wir 2 Fakten feststellen: das „unbekannte“ Tal ist schon befahren worden (Reifenspuren) und es ist „grün“ – viel grüner als das Wadi Hamra (welches für „viel“ Bewuchs bekannt ist) |
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Am Abend wieder ein gutes Essen (Fleisch, Nudeln,
Gemüse) und wiederum eine Dose Bier dazu...ab ins
Zelt um 9:00.
Wir finden einige libysche Benzinfässer – also auch hier Jäger in unerlaubten Revieren (wir sehen Falken und finden Waddanhörner) Rückfahrt zum Hauptteil des Tales und aufschlagen des Camps 06-07.
Ich marschiere los, untersuche die Regebene und die Berghänge dahinter, schaue unter jeden Felsüberhang, in jede Höhle – Nichts!
Da ruft mir aus etwa einen Kilometer Entfernung Reinhard zu, ich solle kommen,
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er habe ein steinzeitliches Lager entdeckt (SITE1)
Zahlreiche Reibeschalen und Mahlsteine, unzählige Levalloise-Klingen und Abschläge, Knochen (Geflügel) und unzählige Straußeneierhälften (aufgetürmt, vergraben) |
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Ich habe auf dieser Reise noch nie so gut geschlafen wie letzte Nacht. Es ist zwar etwas klarer als gestern aber dennoch immer noch leicht trüb – nach dem Frühstück marschieren wir los und Mahmoud nimmt uns eine Stunde später auf
Suche im zweiten Tal östlich des Aqaba-Passes, Kilometer um Kilometer: Nichts,
keine shelter, keine Höhlen, wir fahren bis zum absoluten Ende des Tales – beinahe bis oben auf das Plateau.
Um 10:30 brechen wir ab – zurück Richtung Aqaba. Der Pass wird zur Bewährungsprobe der Fahrer, wir steigen aus und gehen zu Fuß. Alle drei Autos schaffen aber nach mehreren Anläufen die steilen Sandhänge.
Oben am Aqaba, Almasys Steinpyramide – ein Steinmann oder Alaam – steht noch da,
danach die Weiterfahrt über das Plateau, harte staubige schwarze Piste, schier unendlich von Horizont zu Horizont – aber in fast 1000m Höhe.
Dann der jähe Abbruch im Westen – der Blick weit über die Ebene tief unten, am schönsten Platz vor der Abbruchkante das Monument für Samir Lama (von seiner Frau errichtet).
Weiter über die Hochfläche: Staub, Monotonie, Ödnis, Trostlosigkeit.....

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Wir beginnen mit der Suche nach einer Abfahrtsrampe ins Wadi Hamra, Kilometer um Kilometer suchen wir, immer jedoch bricht die Kante fast 200m jäh ins Tal ab.
Endlich eine Möglichkeit.
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Montag 26.03.07 |
Morgenkälte, steif die Glieder, mit klammen Fingern baue ich das Zelt ab. Frühstückskaffee. Die Tasse wärmt die Hände, der heiße Kaffee den Körper von innen. Allerdings trinken wir hier den letzten Kaffee. Die Vorräte an Kaffee sind zu Ende – ab heute also Tee L, der Chech auf dem Kopf und die Fleecejacke wärmen bis endlich die Sonne hinter den Dünen hochsteigt und die Wärme spüren lässt.
Nach dem Frühstück gehen Reinhard und ich los, die Route entlang – 6,2 km schaffen wir bis uns die Autos einholen.
Das Wadi Hamra wird immer breiter bis es sich in der weiten Ebene im Norden des Gilf verliert – endlose glatte Sandflächen, die Fahrt mit 70 bis 80 km/h darüber hinweg, im Osten immer die Dünen der Großen Sandsee.
Der Begriff Sandmeer wird hier drastisch vor Augen geführt, besonders dort wo die
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Dünen der Sandsee an die Abhänge des Gilf branden. Es ist aber ein Meer der Stille , ohne Brandungsgeräusche und Wellenschlag.
Metamorphose eines Gebirges. Eine Landschaft im Endstadium, so endet alles Vertikale in der Horizontalen – das Gebirge vom Wind abgeschliffen, vom eigenen Sand zermahlen zu Sand und Staub. Sand erzeugt hier Sand.
Mittag erreichen wir die Silica Glass Area und kurz darauf haben wir die Hosentaschen voll mit schönen grünen Steinen.
Auffallend viele Archeuleen und Oldowan-Cleaver bei den Steinwerkzeugen, aber auch Aterien und Levallois Klingen, Abschläge, ebenfalls aus Silica Glass.
Abschläge auch auf den Abhängen der Dünen – diese waren also zuerst da.
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Dieses scheinbar so absichtslose Dahinschlendern, dieses absuchen des Bodens lässt alles andere vergessen. Alle Last der Welt kann man dabei vom Rücken streifen und so unbeschwert von Alltag und Problemen die Zeit vergessen.
Um 15:00 überqueren wir zu Fuß den östlichen Dünenrücken ins nächste parallele Dünental, |
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gehen in diesem etwa eine Stunde nach Norden und queren über den Dünenzug zurück in „unser“ Tal und gehen die Stunde wieder zurück nach Süden, zum Camp.
Die Taschen voll mit Fulguriten (Blitzröhren), Silica Glass und sonstigen Steinen. |
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Dienstag 27.03.07 |
Gleich am Morgen rufe ich zu Hause an – alles OK (außer dass Marianne einen Bänderriss am Fuß hat)
Schon vor dem Frühstück und auch nach dem Frühstück drehe ich meine Runden, auf der Suche nach Spuren der prähistorischen Besiedelung. Auffällig: keine Reibeschalen und Mahlsteine. Reinhard findet einen schönen Archeuleen Keil und ich einen schöne Oldowan-Cleaver. GPS-Daten und Fotos.....und tschüss
Der Anteil der gestielten Spitzen (Aterien) ist minimal, auch die Levallois Abschläge und Klingen sind sehr einfach ausgeführt, einige wenige Abschläge aus Silica Glass.
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Fahrt zwischen den Paralleldünen der Großen Sandsee nach Norden – 70 km/h.
Große Sandsee:
Der Blick aus dem Fenster: Sand, einfach nur Sand. Sandmonokultur, gelb mit der Sonne im Rücken, grell weiß gegen die Sonne. Die gesamte Sicht beschränkt auf ein einziges Material, hinter jedem Dünenrücken wiederholt sich diese Sicht – hunderte Male, immer wieder und wieder.
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Fulgurite: Blitzeinschläge, zu Glas erstarrter Quarzsand, als fragile Röhren im Sand versteckt
Extrem steile Dünenabfahrten folgen (WP013), ein Mahlstein, Abschläge und Blattspitzen (Levalloise) am Dünenhang.
Ein einzelner dürrer, aber lebender Strauch als Symbol für den Überlebenskampf, so als wollte er zeigen, dass auch gegen die Wüste anzukommen ist. David gegen Goliath. Wie viel Lebenswille gehört dazu, dass hier aus einem Samen ein Keimling und daraus letztlich ein Strauch wird? Ich bewundere ihn dafür. |
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Plötzlich ist etwas sichtbar, das nicht in die gewohnte Monotonie passt. Ich zeige es Mahmoud und sage ihm er solle hinfahren – wir halten an und stehen vor zwei Toten. In einfache Kattunkleider und Decken gehüllt, mumifiziert, den Kampf gegen die Wüste , gegen die Sonne, gegen den Durst verloren,
Ein Mann und eine Frau – gemeinsam haben sie es bis hierher geschafft, gemeinsam sind sie gestorben. Wir finden einen handgeschriebenen Taschenkoran, in Leder gebunden – Mahmoud nimmt ihn an sich, dann begraben wir sie. |
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Wie hatten sie nur so weit in die Sandsee vordringen können?
Unsere Theorie: ein sudanesischer LKW mit Flüchtlingen wird von den Libyern an der Grenze abgefangen und zurückgewiesen – darauf versuchen sie es östlich des Gilf Kebir um dann nördlich davon wieder in Richtung Libyen zu fahren. In der Sandsee sind die Wasservorräte zur Neige gegangen......
Die Sahara als tödliche Barriere gegen den Flüchtlingsstrom Schwarzafrika.
Vermessungszeichen – ein rostiges Eisenrohr in Betonsockel. Aufgeschweißte Schrift:
Erste Seite: SAT NAV / Zweite Seite: STN 345 OFF SET
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1942 hat er sie für den britischen Angriff auf die Italiener in Kufra (Libyen) für die LRDG angelegt. Danach finden wir noch ein altes Camp der LRDG mit Konservendosen, Trinkgläsern und Tellern.....
Die Dünenabfahrten werden immer steiler – Mahmoud wird immer verwegener, oft schaufeln wir, legen Sandbleche aus bis wir um 17:00 beim alten Wrack der LRDG ankommen (Ford Pickup mit Ballonreifen, vorne zwei Sitze, hinten auf der Ladefläche noch das Haltegestell für das Maschinengewehr).
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Plötzlich ein Benzinfass, schwarz und rostig, noch eines, weiter vorne wieder und am Horizont ein Weiteres – an Hand der alten Clayton Karte stellen wir fest: wir haben die alte West-Ost Route von Patrick Clayton wiederentdeckt.
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Tagesleistung: gesamte West-Ost Querung des zentralen Teiles der Großen Sandsee in nur einem Tag (264,4 km Luftlinie durch Dünen, Dünen, Dünen......) |
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Mittwoch 28.03.07 |
Aufbruch Richtung Ain Dalla.
Wind – die Dünenoberflächen in Bewegung, alles fließt, es weitet sich wiederum zu einem Sandsturm aus. Dazu stehen wir vor einem nicht befahrbaren Dünenabhang – müssen mittels Sandblechen wieder zurück – Arbeit in aller Herrgottsfrühe. Die Passage ist schwer zu finden, immer wieder steigen Mahmoud und ich aus um die Abhänge zu checken. Gestern ist er bei der letzten Düne schon über das Limit gefahren – ein kleiner Fehler oder eine unterschiedliche Sandbeschaffenheit und der Wagen überschlägt sich unweigerlich.
Wir folgen der alten Militärroute der LRDG durch die Dünen, bei 021 finden wir auch einen alten LKW-Anhänger der Engländer, aufgelassen, ohne Räder.
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Dann die Suche nach Claytons „easy pass“ von der Hochebene in die Ain Dalla-depression.
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Ich navigiere, es ist aber sehr schwierig da ein heißer Quilbi alles in eine Staubwolke hüllt und die Sicht max. 60m beträgt. Dennoch: der Durchstieg gelingt.
Nach einer weiteren Dünenfahrt mit extremen Steilfahrten ein ebener Platz (025), wir halten für das lunch – schon beim Aussteigen sehe ich die ersten Faustkeile liegen – ich taufe den Platz „Valley of Handaxes“
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Es ist einer der vielfältigsten Plätze die ich bisher sah – Faustkeile, Blattspitzen und Abschläge aus dunkelbraunen bis fast schwarzem Silex. Reinhard findet einen besonders schönen Faustkeil.
Weiterfahrt, um 15:30 erreichen wir die Piste Farafra – AinDalla neben einem Funkmast, das Wüstenabenteuer ist damit zu Ende, die Zivilisation hat uns wieder.
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Die Reifen werden wieder auf Druck gebracht und dann geht’s weiter.Weiße Wüste – der Kreis schließt sich. Zu Skulpturen erstarrte Landschaft – Land Art im wahrsten Sinne des Wortes.
Der erste Militärcheckpoint: jetzt ist es also endgültig: Wir sind wieder im Ägypten des Militärs, der Behörden. Hier haben wieder beglaubigte Papiere, Stempel und Unterschriften das Sagen, nicht die Steilheit einer Düne, die Beschaffenheit des Sandes, die Entfernung zu einem Brunnen oder die Windgeschütztheit eines Camps. |
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Besuchen Sie auch Mahmouds homepage:
www.tribe-expeditions.com
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